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So krass reagiert dein Körper auf Zucker

Zucker ist süß, dass wissen wir alle und was süß ist schmeckt bekanntlich. In jedem von uns ruft der süßliche Geschmack im Mund oder der süßliche Duft in der Luft etwas anderes hervor, aber in meisten Fällen gefällt er uns und unseren Sinneswahrnehmungen sehr. Zucker ist ein Trigger, der verschiedene Mechanismen in unserem Körper auslöst. In den meisten Fällen hat dieser Trigger mit wohlschmeckender Energie zutun, doch in unserer heutigen Gesellschaft wird dieser oft missbraucht. Durch den einfachen und kostengünstigen Zusatz Zucker, der neben der Haltbarkeit vor allem aufgrund seiner geschmacklichen Eigenschaften den Weg in viele verpackte und raffinierte Lebensmittel findet, kann sich unser Körper von den verschiedenen Sinnesexplosionen kaum noch erholen. Jeder Winkel unseres Körpers wird sozusagen von Zucker überflutet.


Was genau passiert jetzt aber in den einzelnen Bereichen unseres Körpers genau? Wie reagieren Mund, Gehirn, Muskeln, Leber und Haut? Um hier einen Einblick in die verschiedenen Mechanismen der Zuckeraufnahme zu vermitteln, haben wir euch hier in Kürze die Details mal zusammengeschrieben.

Der Geschmack - im Mund fängt alles an

Die Nahrungsaufnahme beginnt bekanntlich im Mund, berührt ein Stückchen Zucker die Zunge so empfinden wir es als wohltuend und der süßliche Geschmack breitet sich schnell aus. Doch nicht nur Zucker schmeckt uns süß, sondern auch Lebensmittel wie Brot, weißer Reis oder Kartoffeln werden von unserem Geschmackssinn als Süß empfunden, da sie aus einer Vielzahl verketteter Zuckermoleküle bestehen. Zucker und auch alle anderen zusammengesetzten Zuckermoleküle werden im Mund zunächst durch das Enzym Amylase im Speichel aufgespalten. Hier findet somit die erste Wahrnehmung und enzymatische Verarbeitung statt. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass diese erste süße Wahrnehmung bereits hier an die Bauchspeicheldrüse weitergegeben wird, als eine Art Vorbereitung, dass da etwas mit Energie gleich im Magen anrauscht. Die Folgen können allerdings sehr problematisch sein. Im Falle von Süßstoffen, wie Aspartam zum Beispiel, ist man sich bis heute beim Menschen nicht sicher, ob bereits die Signale über die Mundhöhle an die Bauchspeicheldrüse das Aussenden von Insulin begünstigen.

Doch Zucker im Mund löst noch etwas anderes aus. Vor allem die Mundbakterien lieben Zucker. Über den Abbau von Zucker entsteht Säure, die den pH-Wert von maximal 7 auf bis zu 4 absenken lassen kann. Dies hat zur Folge, dass Mineralien sich im Zahnschmelz lösen und den Karies begünstigen.

Die Verarbeitung - Im Gehirn wird gesteuert

Zucker, das heißt Energie, das wird schon über den Geschmack an das Gehirn vermittelt. Und dieses Gehirn ist unter anderem dafür verantwortlich, dass wir Menschen Zucker lieben, denn hier liegt auch das Zentrum des Lust- und Belohnungssystems (wissenschaftlich: Nucleus accumbens). Gerade Zucker befriedigt dieses Lustsystem. Dieser Bereich ist nicht nur zuständig dafür, dass Zucker oder Essen uns gut tun und uns schmecken, sondern wir generell Freude, Lust und Spaß bei Dingen empfinden, die wichtig für unser Überleben sind.

Kommt es zum Genuss von Zucker so schüttet das Gehirn unter anderem Dopamin aus, welches wiederum andere Botenstoffe aktiviert, die uns glücklich machen. Diese und andere Botenstoffe entzünden in uns ein wahres Feuerwerk an Glück und Lust, so dass wir mehr Verlangen nach der süßen Droge verspüren. Das Problem, wir bekommen nicht genug. Die Sensibilität für einen humanen Zuckerkonsum sinkt, ähnlich vergleichbar wie der Konsum von Heroin oder Kokain bei Suchtkranken. Durch eine verschobene Zuckertoleranzgrenze brauchen wir für einen ähnlichen “High-Zustand” folglich immer mehr der weißen Substanz.

In den Muskeln

Wir sprechen immer von Energie, wenn wir über Zucker reden, aber wie ist das gemeint? Zucker gelangt über den Mund weiter in den Magen-Darm-Trakt, wo er im Groben aufgespalten und an die Blutbahn abgegeben wird. Um den Zucker nun an die entsprechenden Zielzellen zu verteilen, wird ein Hormon benötigt, dass sozusagen die Türen der Zellen öffnet. Dieses Hormon heißt Insulin. Es wird von der Bauchspeicheldrüse produziert und ausgesendet, um den Zucker zu verteilen. So werden hier vor allem die Muskelzellen mit Energie versorgt, das heißt der zugeführte Zucker als Treibstoff innerhalb der Muskelzellen genutzt und verbrannt. Das Problem, die Muskelzellen verbrennen nur eine bestimmte Menge an Zucker zu Energie. Ist zu viel vorhanden, wird ein Teil, ca. 450 Gramm, als Glykogen (tierische Stärke) in den Zellen gespeichert. Da wir allerdings ein Vielfaches an Zucker pro Tag zu uns nehmen, wird ein Großteil in Fett umgewandelt, in Fettzellen gespeichert und somit von unserer Muskulatur nicht verwendet. Energie ist also grundsätzlich gut, aber ein Übermaß schadet tatsächlich unserer Gesundheit!

In der Leber

Dieses Übermaß bzw. dieses Vielfache an Zucker, das der Körper weder an die Muskeln noch an das Gehirn abgibt, gelangt in die Leber. Auch sie nimmt sich ihren Teil für Energie und speichert nochmals rund 150 Gramm Glykogen.

Nun kommt der evolutionäre Schritt, der uns als Menschen tausende von Jahren geholfen hat zu überleben: Die Speicherfunktion von Energie! Der Rest dieser Zuckerflut wird in Fett umgewandelt und in die Fettzellen transportiert, denn unser Körper ist immer noch auf einen Mangel programmiert, denn früher waren die Ressourcen für Energie sehr knapp. In dieser Zeit war es immens wichtig, Energie für schlechtere Zeiten zu speichern, doch heute schaut das anders aus. Überall finden wir Energie im Übermaß und die Leber bekommt das richtig zu spüren. Ein weit verbreitetes Krankheitsbild spricht von der sogenannten nichtalkoholischen Fettleber, entstanden aus reinem Überkonsum von schlechten Fetten, vielen nährwertarmen Stoffen und Zucker. Vor allem isolierte Fructose oder auch Fruchtzucker genannt wird der Leber auf Dauer zum Verhängnis. Dieser wird nämlich direkt über die Pfortader zur Leber transportiert und dort insulinunabhängig verstoffwechselt. Ein Überangebot an Fructose, welches wir heutzutage in vielen süßen Produkten finden, ist für sie nur schwer zu verarbeiten.

Der Spiegel nach Außen - Die Haut

Die Haut zeigt sehr deutlich, wer zu viel Zucker konsumiert und wer Zucker ein wenig aus seiner Ernährung raus hält. Sie ist ein klares Spiegelbild unserer Verfassung und unserer Ernährungsweise. Ein interessanter Prozess ist dabei die so genannte Glykation, ein Ablauf im Körper, bei der sich Zuckermoleküle mit Elastin- und Kollagenfasern in der Haut verbinden und hier zu Verhärtungen führt. Bekannt ist dieser Prozess auch unter dem Namen der “Advanced Glycation End Products”. Das Bindegewebe verliert mit der Zeit an Elastizität, es kommt zu Falten und Verletzungen heilen langsamer ab, und das sind nur ein paar Dinge, die solche Stoffe mit der Haut, unserem Spiegelbild nach Außen, verursachen. Je mehr Zucker sich in der zugeführten Nahrung wiederfindet, desto schneller geht dieser Prozess vonstatten.

Ihr seht also: Die Auswirkungen von zu hohen Zuckerkonsum sind vielfältig. Vor allem aber kann man schlicht und einfach sagen, dass der Zucker unseren Körper auf lange Sicht krank macht und ihn in seiner Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Betrachtet man einmal die Evolution, dann sollte klar sein, dass Industriezucker in unserer Ernährung eigentlich nicht zu suchen hat, denn unser Körper weiß nicht recht, was er mit dem weißen Gift anfangen sollen. 

Also bleibt lieber zuckerfrei!

Euer,
22TZD Team

PS: Übrigens ist eine zuckerfreie Ernährung gar nicht so schwer, wenn man weiß für was man es tut und wo man anfangen soll. Das 22 Tage Zucker Detox Programm bildet genau diesen Startpunkt in ein zuckerfreies oder besser gesagt in ein Zucker bewusstes Leben.